Bienchen & Blümchen! Honig ist einfach Goldwert!

Heute wird es einmal Zeit in anderen - viel kleineren - Dimensionen zu denken. Als wir alle noch Kinder waren, hat man uns oft etwas von "Bienchen und Blümchen" erzählt. Die echte Geschichte zum Gold auf dem Brot ist jedoch tiefgreifender. Streng genommen dürften Vegetarier und Veganer Honig nicht einmal nur kosten.

Aber von Anfang an:
Stellen wir uns einmal vor, wir wären kein Mensch, sondern ein Tier. Genaugenommen: Eine Biene. An ein (Medien-)diktatorisches System sind wir (Gut-)Menschen ja bereits angepasst, viel Einfühlungsvermögen braucht also niemand zu haben.

Honig ist schon lange ein bekanntes und sehr beliebtes Lebensmittel der Menschen. In der modernen Welt hat der Industriezucker dem Honig den Rang längst abgelaufen - aber noch immer verwenden erfahrene Hausfrauen und andere Hexen den goldenen Saft der Biene, um Lebensmittel zu süßen und verfeinern. Dieser Saft verlangt allerdings viel Arbeit.

Weniger für den Menschen - mehr für die Biene: Was der Mensch in "einer Messerspitze" misst, ist das Lebenswerk einer einzigen Biene. Ein Glas Honig, frisch gezapft vom Imker um die Ecke, hat somit mal locker mehr als 40.000 Flugkilometer. Und nur das fliegen allein? Damit ist es noch lange nicht getan. Erst einmal muss jede Biene, die Pollen und Nektar gesammelt hat, diesen in Ihrem Magen mithilfe von Enzymen in den leckeren Brotaufstrich umwandeln. Das braucht Zeit, Energie und viel Nektar. Sehr viel Nektar!

Natürlicherweise wird der Honig nach dem Eigenbedarf für die Versorgung der Brut in die Waben verfrachtet. Diese werden von den fleißigen Bienen mit Wachs verschlossen. So bleibt der Honig über den ganzen Winter bei "Zimmertemperatur" haltbar. Ganz ohne Chemie und Konservierungsstoffe. Dank der Verarbeitung der "perfekten Honigmaschine" Biene bleibt der Honig aber nicht nur über einen Winter, sondern über 10, 20, ja teilweise angeblich sogar 100 Winter haltbar. "Genießbar" wäre hier allerdings das bessere Wort, denn der von Wachs und Waben befreite Honig, um den es geht, wurde vor einiger Zeit in einem Gefäß als Grabbeigabe gefunden und soll mehrere tausend Jahre alt sein. Wissenschaftler untersuchten den goldenen Saft und konnten keinerlei Bakterien, Pilze oder andere lebensbedrohliche Substanzen nachweisen!!!

Von nun an, gilt Honig als unverderblich, wenn er gut gelagert wird. Grundsätzlich aber, kann Honig verderben. Je trockener, dunkler und kühler er jedoch gelagert wird, umso länger scheint er ess-, halt-, und genießbar!

Nicht zuletzt enthält Honig zudem antibakterielle Stoffe, wie zum Beispiel auch Wolfsspeichel, die durch das "Bieneninnere" in das flüssige Gold gelangen. Um diese zu minimieren oder zerstören, benötigt es allerdings wirklich mehrere Jahre. Erst dann kann Honig gären oder kippen. Dann beginnt der Honig vermehrt Wasser aus der Luft zu ziehen und der Zuckeranteil wird langsam in Alkohol umgewandelt.

Irgendwann kam einmal ein weiser Mann auf die Idee diesen Prozess absichtlich herbeizuführen - und erfand den Honigwein!

Prost!


..und die eine, kleine Biene, die uns die Messerspitze ihres besten Lebenssaftes bringt, lebt nur 2-6 Wochen. Je nach Stamm und Umgebung schwankt Ihre Lebenszeit. Mit ihren 20.000 bis 80.000 Freunden sammelt sie für uns, was das Zeug hält - und hilft den Pflanzen dabei noch in Sachen "ficki-ficki"!

Alleine in Europa gibt es sage und schreibe über 700 verschiedene Bienenarten, wovon viele für den menschlichen Genussbedarf benötigt werden. Die Imker in Deutschland haben hierzulande rund 500 Arten angesiedelt. Dementsprechend groß ist auch die Honigauswahl. Obwohl die meisten von uns die Arten nicht unterscheiden können, erkennt jeder sofort den Unterschied zwischen Biene und Wespe. Unter den vielen hundert Bienenvölkern, gibt es nur wenige Stechimmen, welschalb wir Bienen generell als "friedlich" bezeichnen.

...und wenn uns dann eine Biene doch mal an an einem Grillabend die Sauce vom Teller nascht, ist das den meisten Menschen vollkommen recht - im Gegensatz zu Wespen, welche uns das Fleisch wegfressen. So saubere und fleißige Tiere dürfen gerne einmal von der BBQ-Sauce nippen. Vielleicht gibt es dann ja bald BBQ-Honig! ;)

Da ich ein Genießer bin - und kein Veganer oder Vegetarier, macht es mir nicht sonderlich viel aus, wenn Tiere für mich arbeiten, solange Sie gut behandelt werden! Deshalb esse ich Honig auch liebend gern! Allerdings immer mit dem "nötigen Respekt" da ich weiß, WAS ich da grade esse, und wie viel Arbeit in diesem wundervollen Produkt steckt.




Arten von Honig:


Honig aus Honigtau
Honigtauhonig wird von Bienen erzeugt, welche die zuckerhaltigen und ballaststoffreichen Ausscheidungen von Pflanzenläusen, den Honigtau, sammeln. Dieser Honig hat meist eine deutlich dunklere Farbe als Honig aus Blütennektar und bleibt lange flüssig.

Waldhonig
Dies ist die allgemeine Bezeichnung für Honig aus Honigtau, wenn die Herkunft nicht überwiegend von einer Pflanzenart stammt. Quellen sind Schild- und Rindenläuse auf Fichten, Douglasien, Kiefern und Tannen, oft ist auch ein gewisser Anteil von Nektar aus Blütenpflanzen vorhanden. Dieser darf aber nicht überwiegen. Er hat einen kräftigen, leicht herben Geschmack und ist von hell- bis dunkelbrauner Farbe.

Blatthonig
Blatthonig ist der Honigtauhonig von Laubbäumen, wie etwa Eiche und Ahorn. Er ist ebenfalls kräftig, manchmal sogar karamellartig im Geschmack.

Tannenhonig
Damit wird im Allgemeinen der Honigtauhonig von der Weißtanne bezeichnet, von der es größere Bestände im Schwarzwald, aber auch im Schwäbischen und im Bayerischen Wald gibt. Der typische Tannenhonig hat einen kräftig würzigen Geschmack und hat im Glas gegen das Licht gehalten einen grünlich-schwarzen Farbton. Davon abweichend gab es zum Beispiel im Jahr 2003 einen Tannenhonig mit rötlichem Farbton. Weißtannenhonig bleibt mehrere Monate, manchmal sogar jahrelang flüssig. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird oft nicht zwischen Wald- und Blatthonig unterschieden – beide Begriffe bezeichnen jeglichen Honig, der aus Honigtau entstanden ist

Akazienhonig
in Deutschland von Robinienwäldern (falsche Akazie) geerntet, ist von sehr mildem, lieblichem Geschmack und eignet sich sehr gut zum Süßen von Tee und Backwaren. Robinienhonig bleibt extrem lange flüssig und hat eine helle, wässrige, bis goldgelbe Farbe.

Löwenzahnhonig
von blühenden Löwenzahnwiesen im Frühjahr kann nur von Standorten geerntet werden, an denen zur gleichen Zeit nicht Raps oder Obstbäume blühen. Er ist ein Honig von sehr kräftigem, aromatischem, recht süßem Geschmack mit einer typisch gelben Farbe.

Phaceliahonig
von der Phacelia ist, bedingt durch die Zunahme an Stilllegungsflächen in der Landwirtschaft, seit einigen Jahren als Sortenhonig verfügbar. Er hat ein mildes, aber typisches Aroma und ist von hellbeiger bis weißer Farbe sowie oft glasig.

Sonnenblumenhonig
von Sonnenblumenfeldern hat einen charakteristischen, kräftigen Geschmack. Er riecht etwas harzig und hat eine typisch hellgelbe bis orange-gelbe Farbe.

Heidehonig
aus Heidegebieten hat ein kräftiges Aroma. Typisch für den Heidehonig ist seine geleeartige Konsistenz, die von einem hohen Gehalt an Eiweißverbindungen herrührt.

Lindenhonig
von Lindenbäumen ist ein extrem süßer Honig von typisch fruchtigem, leicht minzigen Geschmack. Er hat eine grünlich-weiße, manchmal auch gelbliche Farbe.

Kleehonig (besonders gut - einer meiner Favoriten)
von Weißkleefeldern hat eine sehr dünne Konsistenz, einen milden Geschmack und ein weißes bis elfenbeinfarbenes Aussehen.

Edelkastanienhonig
aus Maronenwäldern ist ein sehr kräftiger, herber, im Nachgeschmack etwas bitterer Honig. Typischer Standort in Deutschland ist der Pfälzerwald, der über große, mit Edelkastanien bestandene Flächen verfügt. Der Nektar wird dabei nur zum Teil aus den Blüten gesammelt, andernteils stammt er aus den Blattachseln. Der Honig hat eine rotbraune Farbe und bleibt einige Monate flüssig.

Buchweizenhonig
vom Echten Buchweizen besitzt ein sehr kräftiges, rübensirupartiges Aroma. Er ist für einen Blütenhonig ungewöhnlich dunkel.

Eukalyptushonig
zum Beispiel aus Italien ist ein würziger Honig, der besonders gerne zum Süßen von Kräutertees bei Atemwegsinfekten verwendet wird. Der Honig riecht leicht nach Eukalyptus, schmeckt aber nicht danach.

Jellybush-Honig
aus Australien stammt wie Manuka-Honig von einer Teebaumart. Auch ihm wird gesundheitlicher Nutzen nachgesagt. Aufgrund dieser Gemeinsamkeiten spricht man auch vom „Australischen Manuka“. Der Name Jellybush für die Pflanze rührt daher, dass der Honig geleeartig kandiert.

Lavendelhonig
vom Lavendel ist ein in Frankreich, in der Provence produzierter Honig mit deutlichem Lavendelaroma, der von den Lavendelfeldern herrührt.

Manuka-Honig
aus Neuseeland ist eine Honigsorte, die aus dem Blütenektar des Manukas , einer neuseeländischen Teebaumart, gewonnen wird. Diesem Honig wird eine besondere Heilwirkung nachgesagt. Nachweislich hat er eine mehrfach höhere antibakterielle und antimykotische Wirkung als andere Honigsorten. Die vergleichsweise hohe antibakterielle Aktivität des Manuka-Honig wird heute auf den extrem hohen Gehalt an Methylglyoxal zurückgeführt. Der ermittelte Methylglyoxal-Gehalt war in Manuka-Honig bis zu 100fach höher als in konventionellen Honigsorten.

Moltebeerhonig
Hillasuonhunaja aus Lappland ist eine der seltensten Honigarten der Welt. Die europäische Gegend nördlich des Nordpolarkreises wird als Honiglieferant gern unterschätzt, ist aber letztlich schon seit 60 Jahren im Geschäft. Hier sind pro Jahr bis zu drei Honigernten möglich. Jede Jahreszeit hat ihre eigenen Blütentrachten.

Orangenblütenhonig
von der Orange, zum Beispiel aus Spanien

Tasmanischer Lederholzhonig
In Australien wird der tasmanische Lederholzhonig aufgrund seines einmalig Lakritzartigen Geschmacks geschätzt.

Thymianhonig
vom Thymian, zum Beispiel aus Kreta, Lipsi. Aus dem Mittelmeerraum stammen viele sehr aromatische Honige von zum Teil harzigen und strauchigen Pflanzen. Eine Sorte dieser Art ist der Thymianhonig aus Kreta.

Tupelohonig
vom Ogeche-Tupelobaum. Aus Florida stammt der Tupelohonig, der Süße mit einem schweren würzigen Aroma verbindet. Seine Farbe ist hellgold mit grünlichem Schimmer. Der reine Honig hat doppelt soviel Fruchtzucker (46%) wie Traubenzucker (23%) und kandiert deshalb nicht.

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